Einladung zur Arbeitstagung 2006

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der HWP e.V. lädt ein zu ihrer Arbeitstagung am 13. Mai 2006 10-13 Uhr, Raum S 7, Department Wirtschaft u. Politik

Das Thema wird sein:

Das Studienmodell der HWP - überlebensbedingungen und -chancen im Department Wirtschaft und Politik

Die Podiumsdiskussion wird moderiert von Frau Dr. Bittscheidt, der letzten Präsidentin der HWP.

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der HWP e.V. (GdFF) stellt in ihrem neuen Leitbild die Bewahrung des offenen Hochschulzugangs und des interdisziplinären, praxisbezogenen Studienmodells als Vereinsziel in den Vordergrund. Der "Bestandsschutz" des Departments endet nach dem Jahr 2008. Dann wird sich herausstellen, ob die GdFF nur Alumni-Verein sein wird (und das Leitbild ändern muss). Bis dahin ist nicht nur die immer präsente Frage zu beantworten, welcher gesellschaftliche Bedarf hinter der traditionellen Aufnahmeprüfung steht. Prof. Harry Friebel wird sich damit beschäftigen. Wir erhoffen, dass seine Antwort nicht nur der bildungspolitischen correctness geschuldet wird.

Die Gefährdungen liegen eher in der alltäglichen universitären Praxis. Halbjährliche Termine für die Aufnahmeprüfung reichen nicht aus, wenn die potentiellen Bewerber sie nicht kennen. Dazu gehört intensive öffentlichkeitsarbeit, die die HWP betrieben hat, die aber beim Department Wirtschaft und Politik durch fehlendes Geld und überlastete Verwaltungsmitarbeiter zumindest sehr limitiert ist. Die GdFF versucht das auszugleichen, gibt Flyer zur Aufnahmeprüfung heraus und organisiert Plakataktionen. Wer öffentlichkeitsarbeit betreiben will, muss etwas mehr über die Zielgruppen wissen. Die Fachschaftssprecherin Soziologie und Mitglied des Departmentvorstandes, Frau Ulla Ralfs, bringt ihre konkreten Erfahrungen mit Studierenden ein. Welche Gruppen von Studierenden kommen gegenwärtig zum DWP? Welche besonderen Lebens- und Berufserfahrungen bringen sie mit? In welcher Weise profitieren die Studierenden mit üblicher Bildungsbiographie davon? Welche Probleme treten in der Studieneingangsphase auf? Und besonders wichtig: Was bedeutet das für den Lehrkörper, genauer auf was müssen sich die zukünftigen Professoren am Department einstellen? Denn deren Einstellung und Erwartungen gegenüber Studierenden werden langfristig entscheiden, ob der Hochschulzugang nicht nur formal, sondern auch material offen bleibt. Zu HWP-Zeiten hat man bei Bewerbern für eine Professorenstelle nicht nur nach Umfang und Qualität von Veröffentlichungen gefragt, sondern auch nach Lehrerfahrungen und Lehrqualitäten und der Bereitschaft, sich auf die besonderen Bedürfnisse der meist aus der Berufspraxis kommenden Studierenden einzulassen.

Wenn man untersuchen will, was denn die "non-traditionel-students" vor ihrem Studium und in ihrer Studieneingangsphase benötigen und von der Universität erwarten können und was sie von der Bewerbung und Aufnahme des Studiums abhalten kann, ist es gut, wenn man nicht alles aus der HWP-Perspektive betrachtet. Wir freuen uns deshalb, dass Frau Monika Peter von der Universität Oldenburg über ihre Erfahrungen berichtet. Sie ist dort für die sog. Z-Prüfungen (Prüfungen für den Erwerb der fachbezogenen Hochschulzugangsberechtigung) zuständig. Sie wird über die zahlenmäßige Entwicklung und ihre persönlichen Erfahrungen mit den Problemen dieser Bewerbergruppe berichten.

Manche meinen, Hochschulstudium für Berufserfahrene, das sei doch Sache der Weiterbildungsinstitionen. Die HWP hat ein weithin anerkanntes Weiterbildungsinstitut aufgebaut. Viele Studienbewerber sind über die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen zur HWP gekommen. Das Institut bietet aber auch selber einen Master- und demnächst auch einen Bachelor-Studiengang in Abendform an. Der Leiter des Instituts für Weiterbildung, Herr Peter Wismann, wird damit verbundene Zielkonflikte erläutern. Wir erwarten vor allem Antworten auf die Frage, welche praktische Hilfestellung das Institut für die Bewerber für die Aufnahmeprüfung und die Studienanfänger leistet und in Zukunft noch leisten kann.